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Leide nicht unnötig!


Nr.111 Juni 2013


Manche Menschen haben die Vorstellung, dass ein Christ auf Rosen gebettet ist und auf einer rosaroten Wolke durchs Leben fliegt; oder, dass wenn mal was schief läuft, Gott einem damit was sagen will. Zum Beispiel, dass man zu wenig glaubt, vielleicht irgendwo Gott verpasst hat, oder vielleicht sogar eine versteckte Sünde hätschelt. - Stimmen diese Ansichten mit dem Wort Gottes überein? - Was ist das Leiden um Christi Willen, worüber wir in der Bibel lesen und gehört Krankheit auch dazu?

Da dieses Thema sehr komplex ist, kann ich lediglich Gedankenanstösse anbieten. Dem Leser sei empfohlen, sich im Selbststudium vertieft zu informieren.

Wir müssen unterscheiden. Es gibt das stellvertretende Leiden von Jesus Christus, bei welchem er gelitten und am Kreuz bezahlt hat. Dieses Leiden hat er für uns getragen, damit wir es nicht mehr tragen müssen. - Und dann gibt es ein Leiden, welches wir erleben, weil wir ihm oder dem Ruf Gottes nachfolgen, der Berufung, zu der jeder Einzelne individuell berufen ist.

 

1Petr 2,24

der unsere Sünden an seinem Leib selbst an das Holz hinaufgetragen hat, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch dessen Striemen ihr geheilt worden seid.

 

Jesus hat für unsere Sünden gelitten. Durch seine Striemen an seinem Leib gehört Heilung für unseren Körper uns. Niemand, der an Jesus glaubt, kommt auf die Idee, selber für alle Sünden zu bezahlen und zu leiden, wie Jesus gelitten hat. Aber warum denken wir, dass Heilung für unseren Körper nicht zum Heilsplan Gottes gehört, wo doch Jesus durch sein Opfer stellvertretend für uns bezahlt hat? In Jesaja 53,4 lesen wir diesen Vers erstmals. Jesus zitiert ihn im Zusammenhang mit körperlicher Heilung in Mt 8,17. Krankheit gehört, wie auch Sündenvergebung, zum stellvertretenden Erlösungswerk Jesu. Nein, es heisst nicht, dass ein Christ nicht krank werden kann, sondern dass er nicht krank sein muss. Genauso wie auch jeder Christ sündigen kann, obwohl Jesus für diese Sünden bezahlt hat.

 

Apg 5,40-42

Und als sie die Apostel herbeigerufen hatten, schlugen sie sie und geboten ihnen, nicht im Namen Jesu zu reden, und entliessen sie. Sie nun gingen aus dem Hohen Rat fort, voller Freude, dass sie gewürdigt worden waren, für den Namen Schmach zu leiden;42 und sie hörten nicht auf, jeden Tag im Tempel und in den Häusern zu lehren und Jesus als den Christus zu verkündigen.

 

Die Apostel wurden geschlagen wegen dem Namen Jesu, und weil sie seine Werke taten, nämlich in seinem Namen Kranke heilten (Vers 17). Wir lesen nirgends im Neuen Testament, dass jemand krank war um Christi Willen, aber wir lesen von Verfolgungen, Drangsal, Schlägen und Misshandlungen usw.

 

2Tim 3,10-12

Du aber bist meiner Lehre gefolgt, meinem Lebenswandel, meinem Vorsatz, meinem Glauben, meiner Langmut, meiner Liebe, meinem Ausharren, 11 meinen Verfolgungen, meinen Leiden, die mir in Antiochia, in Ikonion, in Lystra widerfahren sind. Diese Verfolgungen ertrug ich, und aus allen hat der Herr mich gerettet.

 

Ist Timotheus Paulus gefolgt in der Krankheit? - Nein, er ist ihm gefolgt in seinem Lebenswandel, in seinem Glauben und in seinem Dranbleiben trotz Verfolgung und Leiden (siehe 2Kor 11,23-31), aber aus diesem allem hat der Herr ihn gerettet. Gott ist ein rettender Gott und er ist auf unserer Seite und wird uns helfen. „Alle aber auch, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden“ (2Tim 3,12).

 

Es ist also nicht Besonderes, wenn man schlecht über dich redet, du Druck erfährst, Verfolgung und Missgunst erlebst, weil du Christ bist; aber aus all dem wird der Herr dich erretten. Er ist der wahre Richter, du musst dich weder rechtfertigen noch verteidigen, wenn man dir Übles nachsagt, weil du Christ bist. Dies ist das Leiden um Christi Willen, was wir hier in Europa im Moment erfahren. Andere Geschwister leiden wegen Christus und müssen dies mit dem Leben bezahlen, wie z.B. Stephanus damals, der gesteinigt wurde. Aber was der Teufel geplant hatte auszulöschen, hat einen Paulus hervorgebracht zur Ehre Gottes. Paulus, der damals noch Saulus hiess und die Tötung des Stephanus veranlasst hatte.

 

Krankheit ist nicht das Leiden Gottes. Das können wir durch die ganze Bibel hindurch sehen, wenn wir das Wort Gottes richtig schneiden oder beurteilen, gemäss 2Tim 2,15.

Was jeder Christ, auch in einem christlichen Land, erfahren wird, ist Druck, Bedrängnis und Verfolgung um des Wortes willen, und davon redet auch das Markus-Evangelium.

Der Sämann, zum Beispiel ein Prediger, sät das Wort in dein Herz (Mk 4,14). Du hörst, dass Jesus alle deine Krankheiten getragen hat, dass Gott dein Versorger, dein Retter, dein guter Hirte, dein guter Vater ist. Du freust dich darüber und nimmst es an.

Nach einiger Zeit aber geschieht folgendes: „ ... wenn nachher Bedrängnis oder Verfolgung um des Wortes willen entsteht, ärgern sie sich sogleich“, (Mk 4,17). Bedrängnis, Druck und Verfolgung kommen. Das kann so aussehen, dass du krank wirst, oder auf einmal geht deine Waschmaschine kaputt und dein Arbeitskollege redet schlecht über dich, weil du Christ bist und dann denkst du: „Warum geschieht mir das alles, wo ich doch geglaubt habe, dass ich geheilt bin, und dass Gott mein Versorger ist?“

Nun fängst du an, dich über das Wort Gottes zu ärgern. Du zweifelst es an und lässt es los mit dem Gedanken, dass es bei dir ja offensichtlich nicht funktioniert. In Mt 13,21 heisst es: „er nimmt sogleich Anstoss“. Das ist es, was der Teufel im Leben von uns allen plant: Er will das Wort Gottes rauben, bevor es Frucht bringt (Mk 4,20) und dazu benützt er jeglichen Druck, Verfolgung oder was auch immer.

 

1Petr 1,6-7

Darin jubelt ihr, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es nötig ist, in mancherlei Versuchungen betrübt worden seid, 7 damit die Bewährung eures Glaubens viel kostbarer befunden wird als die des vergänglichen Goldes, das durch Feuer erprobt wird, zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi;

 

‚Eine kleine Zeit’ - ich liebe diese Formulierung. In Bezug zur Ewigkeit ist es nur eine kleine Zeit, in der wir Versuchungen, Druck und Drangsal erleben werden, damit unser Glaube bewährt wird. Dies kommt nicht von Gott, denn Gott kennt uns. Aber der Teufel versucht unseren Glauben zu Fall zu bringen, damit wir keine Frucht, Ehre und Lob für Gott bringen und nur ‚so wie durchs Feuer’, das heisst ohne Belohnungen, errettet werden. Die Errettung kann der Teufel uns nicht nehmen, sehr wohl aber, wenn wir sie uns rauben lassen, die Frucht und die Belohnungen, die beim Preisgericht verteilt werden.

 

Jak 1,3

indem ihr erkennt, dass die Bewährung eures Glaubens Ausharren bewirkt.

 

Die Bewährung, die Echtheit, die Entschlossenheit unseres Glaubens bewirkt, dass wir dran bleiben und nicht aufgeben. Wir halten einfach daran fest, was das Gottes Wort sagt, egal wie stark der Druck auf uns ist, denn in 1Joh 5,4 heisst es auch: „ Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube“.

 

Wir haben einen weltüberwindenden Glauben, einen Glauben, der alles, was in der Welt ist, überwinden kann, darum lass dir das Wort Gottes nicht rauben durch die vielfältigen Bedrängnisse, von denen Jesus schon geredet hat in Joh 16,33: Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden.

Unser Friede ist in IHM, wenn wir an seinem Wort festhalten. ER ist das Wort, ER ist der Friedefürst, ER ist dein Friedefürst.

Anita L.