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Die Leiden von Paulus


Nr.110 Mai 2013

Apg 9,16

Denn ich werde ihm zeigen, wie vieles er für meinen Namen leiden muss.

Gott sagte Paulus, er müsse für seinen, für Christi Namen, leiden. Es gibt ein Leiden für Christen, das steht ausser Frage, aber ist es Krankheit? Dieser Frage werden wir diesmal anhand von Gottes Wort nachgehen.

Paulus hatte einige Missionsreisen unternommen, er hat auch mehrere Gemeinden gegründet, z.B. in Thessalonich, Korinth, Philippi und an andern Orten. Hätte er das wirklich gekonnt, wenn er schwach und kränklich gewesen wäre? Ich denke nicht. - Jemand der schwach und kränklich ist, der wird keine Reisen unternehmen können und schon gar nicht so, wie in früheren Zeiten, wo alles noch viel beschwerlicher war als heute. Wir haben Autos und Flugzeuge zur Verfügung und sind in wenigen Stunden viele Kilometer weit weg; nicht so früher, da waren Reisen beschwerlich und dauerten mehrere Tage, wenn nicht Wochen und Monate. Jemand der schwach und krank war konnte solche Reisen nicht bewältigen.

Nun, die Bibel redet aber von den Leiden und Schwachheiten, die Paulus hatte, also was meint sie damit? Was waren die Leiden von Paulus? - Lasst uns aber bei der Bibel bleiben, denn die Bibel legt sich mit der Bibel aus und nicht durch unsere Meinungen und Ansichten.

Apg 20,23

... ausser dass der Heilige Geist mir von Stadt zu Stadt bezeugt und sagt, dass Fesseln und Bedrängnisse auf mich warten.

Fesseln und Bedrängnisse warten auf Paulus, wo immer er das Evangelium verkünden wird. Nun stellt sich die Frage, sind Fesseln und Bedrängnisse Krankheiten wie Krebs, Augenleiden, etc.? - Nein, Fesseln sind Verfolgungen, genauso wie Bedrängnisse, man könnte auch sagen Druck und Widerstand, aber es sind keine Krankheiten. In vielen Ländern auf dieser Erde werden bis heute Christen verfolgt und in Gefängnisse geworfen, alleine aufgrund ihres Glaubens. Sie leiden um Christi Willen, genau wie es auch Paulus tat. Alle 3-5 Minuten wird irgendwo auf der Welt ein Christ wegen seines Glaubens getötet!

Aber, hatte Paulus denn nicht ein Augenleiden aufgrund der Aussage in Galater 4?

Gal 4,13-15(Elberfelder)

Ihr wisst aber, dass ich euch einst in Schwachheit des Fleisches das Evangelium verkündigt habe,

Die Luther 1984 Übersetzung  nennt es „ ...meine leibliche Schwäche...“.

Leider gibt es moderne Übersetzungen die „Schwachheit des Fleisches“ mit Krankheit übersetzt haben, was aber aus dem Kontext nicht hervorgeht, wie wir anhand von Gottes Wort weiter sehen.

Vers 14

und die Versuchung, die euch mein Fleisch verursachte, habt ihr nicht verachtet noch verabscheut, sondern wie einen Engel Gottes nahmt ihr mich auf, wie Christus Jesus.15 Wo <ist> nun eure Glückseligkeit? Denn ich bezeuge euch, dass ihr, wenn möglich, eure Augen ausgerissen und mir gegeben hättet.

Aha, dies ist nicht der Beweis, dass Paulus doch ein Augenleiden hatte? Er hat ihnen damals (... einst ...) in der Schwachheit des Fleisches das Evangelium verkündet. Was war aber vorher geschehen? Davon lesen wir in der Apostelgeschichte.

Apg 14,19-22

Es kamen aber aus Antiochia und Ikonion Juden an, und nachdem sie die Volksmengen überredet und Paulus gesteinigt hatten, schleiften sie ihn zur Stadt hinaus, da sie meinten, er sei gestorben.

20 Als aber die Jünger ihn umringten, stand er auf und ging in die Stadt hinein; und am folgenden Tag zog er mit Barnabas aus nach Derbe.

Paulus wurde eben in Lystra gesteinigt, diese Städte gehörten zur römischen Provinz Galatien. Die Galater hatten ihn nun nach der Steinigung in diesem körperlich geschwächten Zustand liebevoll aufgenommen mit einer Entschlossenheit, so dass sie, wenn möglich, sich die Augen ausgerissen hätten (Gal.4,15b). Nun, es gibt viele Redensarten und auch in der Bibel finden sich welche. Wir würden vielleicht sagen „sie hätten sich für ihn ein Bein ausgerissen“; diese Redewendung, wie wir sie benützen würden, bedeutet einfach, dass sie alles für ihn getan hätten.

Vers 21

Und als sie jener Stadt das Evangelium verkündigt und viele zu Jüngern gemacht hatten, kehrten sie nach Lystra und Ikonion und Antiochia zurück. 22 Sie stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und <sagten>, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes hineingehen müssen.

Durch viele Bedrängnisse und Verfolgungen, denn diese kommen, wenn das Evangelium verkündet wird und gehören zu den Leiden Christi. Auch hier ist mit keinem Wort Krankheit erwähnt.

Gal 6,11-12

Seht, mit was für grossen Buchstaben ich euch mit eigener Hand geschrieben habe! 12 So viele im Fleisch gut angesehen sein wollen, die nötigen euch, beschnitten zu werden, nur damit sie nicht um des Kreuzes Christi willen verfolgt werden.

Auch dieser Vers besagt nicht, dass Paulus ein Augenleiden hatte und nur mit grossen Buchstaben schreiben konnte, sondern dass er den Galatern ‚eindringlich’ geschrieben hat, wie wir es auch in unserem Sprachgebrauch benutzen. Es ging um eine dringliche Angelegenheit, wie wir aus Vers 12 und Folgenden sehen können. Auch wir kennen das, wenn etwas in Grossbuchstaben oder fett geschrieben wird, soll es hervorstechen und die Aufmerksamkeit des Lesers erlangen, weil es wichtig ist. Paulus hat es sogar eigenhändig geschrieben. Normalerweise war es üblich, dass er einem Schreiber diktierte (z.B. Röm 16,22) und nur die Grüsse selber schrieb.

Weiter werden die Leiden um Christi Willen von Paulus im Brief an die Korinther aufgezählt.

2Kor 6,4-5ff

sondern in allem empfehlen wir uns als Gottes Diener, in vielem Ausharren, in Bedrängnissen, in Nöten, in Ängsten, 5 in Schlägen, in Gefängnissen, in Tumulten, in Mühen, in Wachen, in Fasten…

Im 11. Kapitel zählt Paulus seine Leiden, Bedrängnisse und Verfolgungen dann einzeln auf.

2Kor 11,25-28

Dreimal bin ich mit Ruten geschlagen, einmal gesteinigt worden; dreimal habe ich Schiffbruch erlitten; einen Tag und eine Nacht habe ich in Seenot zugebracht; 26 oft auf Reisen, in Gefahren von Flüssen, in Gefahren von Räubern, in Gefahren von <meinem> Volk, in Gefahren von den Nationen, in Gefahren in der Stadt, in Gefahren in der Wüste, in Gefahren auf dem Meer, in Gefahren unter falschen Brüdern;27 in Mühe und Beschwerde, in Wachen oft, in Hunger und Durst, in Fasten oft, in Kälte und Blösse;28 ausser dem übrigen <noch> das, was täglich auf mich eindringt: die Sorge um alle Gemeinden.

Ist hier irgendwo die Rede von einer körperlichen Krankheit? - Nein! Es geht ausschliesslich um die Verfolgung um Christi Willen. Paulus war weder krank, noch hatte er ein Augenleiden, aber ihn erwarteten überall, wo er hinkam Verfolgungen, Gefahren und Gefangennahmen. Das sind die Leiden und Schwachheiten, die Christen erleiden werden und dafür ist die Gnade Gottes mehr als genug für uns und lässt uns überwinden. Was der Pfahl oder Dorn im Fleisch von Paulus war, wird in „Leben im Sieg“ Nr. 87 April 2011 behandelt. Hier nachzulesen.

Anita L.