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Gnade oder Gesetz

Was bestimmt Dein Leben ?


Nr.82 November 2010


Joh 1,16-17

Denn aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, und zwar Gnade um Gnade. 17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.

Die Rede ist hier vom Alten Testament (Alter Bund) und vom Neuen Testament (Neuer Bund) in der Bibel. Wozu diese beiden Bündnisse? Wozu das Gesetz im Alten Testament? Es herrscht viel Verwirrung bei diesem Thema.

Es gibt Stimmen die behaupten, dass Christen das mosaische Gesetz, die Gebote halten müssen, um Gott zu gefallen; dass sie den Sabbat einhalten müssen und dies und jenes nicht tun dürfen, damit sie gute Christen sind. - Müssen wir uns an diese Vorschriften halten, um Gott wohlgefällig zu sein? - Es gibt unzählige Vorschriften, welche Menschen einzuhalten versuchen, damit Gott mit ihnen zu frieden ist; von Kleidervorschriften, über Essensvorschriften bis hin zu Verhaltensvorschriften etc. - Viele suchende Menschen fühlen sich zurück- oder sogar abgestossen, wenn sie mit gesetzlichen Christen in Kontakt kommen und wollen deswegen nichts mit Christus zu tun haben, weil sie genau wissen, dass sie all diese Vorschriften nicht einhalten können. Das ist sehr schade und traurig! Denn Jesus Christus ist nicht gekommen, um uns noch mehr Lasten aufzuerlegen, sondern Jesus hat gesagt: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben. 29 Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und »ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen«; 30 denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“(Mt 11,28-30). - Das heisst also, wenn eine Last schwer ist, dann kommt sie nicht von IHM!

Du fragst dich nun vielleicht, ob wir uns denn nicht an die Gebote halten müssen? - So haben auch die Gläubigen in Galatien gedacht und geglaubt, sie müssten sich nun auch noch beschneiden lassen, weil das ein Gebot unter dem Alten Bund war. - Paulus, ein Jude, der das Gesetz sehr gut kannte, hat ihnen unter der Inspiration des Heiligen Geistes folgendes geschrieben:

Gal 5,4
Ihr seid von Christus abgetrennt, die ihr im Gesetz gerechtfertigt werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen.

Wer das Gesetz halten will, um vor Gott wohlgefällig zu sein, ist von Christus und seiner Gnade abgetrennt. Dies sind harte Worte, doch wie oft sehen wir das auch in unserer Zeit. Zum Beispiel wissen wir, dass es Gottes Wille ist, dass jeder gesund ist. Im natürlichen Bereich aber sehen und fühlen wir unter Umständen die Heilung noch nicht, weil wir immer noch unter Schmerzen leiden. Wie leicht kommen dann Gedanken wie: vielleicht muss ich noch mehr die Bibel lesen - oder ich habe noch zu wenig gebetet - oder ich muss mich noch mehr bemühen Gutes zu tun. - Spürt ihr den Druck und die Last, die von solch einem Gesetz ausgehen und uns weismachen wollen, mehr zu tun, um endlich Gottes Gnade empfangen zu können. Paulus sagt, dass so jemand aus der Gnade gefallen ist, von Christus abgetrennt ist, weil er Heilung durch eigene Werke empfangen will, oder glaubt, sie sei von seinen Werken abhängig.


Der Mensch von sich aus kann Gott nie genügen, und wenn er sich noch so sehr anstrengt. Deswegen ist Jesus gekommen - als vollkommener Mensch und Gott zugleich. Er hat für uns den Zugang zu Gott erkauft, wir sind in IHM gerecht geworden und somit haben wir wegen IHM das Leben in Fülle. Es muss aber durch den Glauben - und nicht durch Werke, Gebote oder ‚Gutes tun’ - empfangen werden.

Eph 2,8
Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es

Gnade bedeutet: ein anderer gibt dir das für dich Unmögliche als Geschenk, ohne deine eigenen guten Werke.

Röm 11,6
Wenn aber durch Gnade, so nicht mehr aus Werken; sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade

Wenn wir meinen, um Rettung oder Heilung zu empfangen, müssten wir noch bessere Christen werden oder noch mehr Gutes tun, dann ist es nicht mehr aus Gnade, sondern aus unseren Werken. Aber kein Mensch kann an Gottes Standard herankommen, denn das Gesetz sagt: selbst wenn wir nur in einer kleinen Sache versagen, haben wir auch alle anderen Gesetze gebrochen.

Wenn wir Gottes Gnade, wie zum Beispiel Heilung, durch gute Werke empfangen wollen, sagen wir damit auch aus, dass die Erlösung in Jesus nicht ausreicht!

Wenn wir nun, durch den Glauben an Jesus, in den gerechten Stand vor Gott gekommen sind, was sagt oder tut nun diese Gerechtigkeit aus Glauben, also dieser von neuem geborene Christ?

Röm 10,6-10

6 Die Gerechtigkeit aus Glauben aber sagt so: Sprich nicht in deinem Herzen: „Wer wird in den Himmel hinaufsteigen?“ das ist: Christus herabführen; 7 oder: „Wer wird in den Abgrund hinabsteigen?“ das ist: Christus aus den Toten heraufführen.

Die Gerechtigkeit aus Glauben spricht nicht darüber, wer was tun wird, wer in den Himmel hinaufsteigen wird, wer Christus herabführen wird; sie redet nicht von Taten, die jemand tun muss. Die Gerechten aus Glauben tun das nicht, weil sie wissen, dass nichts aus ihren eigenen Werken kommt.

Vers 8

Sondern was sagt sie (die Gerechtigkeit aus Glauben)? »Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen«. Das ist das Wort des Glaubens, das wir predigen, 9 dass, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst. 10 Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit, und mit dem Mund wird bekannt zum Heil

Das ist das Wort des Glaubens. Mit dem Herzen glauben, um vor Gott gerecht zu sein, ohne Werke unsererseits, und mit dem Mund bekennen zum Heil, oder anders gesagt, zur Rettung, um seine Gnade in unserem Leben zu empfangen.

Was sollen wir bekennen? - Das, was Gott gesagt hat. Das, was in seinem Wort steht. Gott hat Gefallen an Glauben und aus diesem Glauben heraus tun wir gute Werke, die uns der in uns lebende Geist Gottes zeigt, aber niemals umgekehrt.

Gal 5,18

Wenn ihr aber durch den Geist geleitet werdet, seid ihr nicht unter Gesetz.

Wenn wir in unserem Leben Schwierigkeiten und Problemen gegenüberstehen, heisst die Lösung nicht, das Gleiche zu tun, wie jemand anders, der schon mal in der gleichen Situation war, wie wir. - Eine Person erzählt zum Beispiel, wie sie geheilt wurde, indem sie die Operation verweigerte. Jemand in einer ähnlichen oder gleichen Situation hört dies und macht es genauso und - wird nicht geheilt. Und nun kommt meistens das grosse WARUM.

Wir müssen verstehen, dass es unter dem Neuen Bund nicht um unsere Werke geht. Es geht auch nicht darum, die Werke, die jemand im Glauben getan hat, nachzumachen, zu kopieren. Es ist so wichtig, dass wir in jeder Situation auf den Geist Gottes hören und IHN fragen, was wir persönlich tun sollen. Das ist die Freiheit des Neuen Bundes, ER ist unser Leiter. Vielleicht sagt er zu diesem Menschen, er solle etwas Bestimmtes tun oder lassen und zu jenem sagt er etwas anderes. ER kennt uns und unsere Situation wie niemand sonst.

In den Evangelien lesen wir zum Beispiel, dass einer geheilt wird, indem er auf ein Wort von Jesus sein Bett nahm und ging, ein anderer musste sich waschen und wurde gesund, wieder ein anderer zeigte sich den Priestern und wurde so geheilt. Wir müssen durch den Geist Gottes geleitet werden und auf das hin, was er uns (immer in Übereinstimmung mit seinem Wort) sagt, im Glauben handeln. Und so werden wir empfangen. Gott ist gut und er hat dir in Christus alles gegeben, also höre auf dich zu fragen, was du zu wenig gemacht hast und bringe dich nicht unter das Gesetz, sondern höre auf IHN. Er wird dir den Weg zeigen, denn seine Gnade ist unerschöpflich.


 ©Anita Letzerich-Suhr