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Der bessere Bund




Nr. 84 Januar 2011

Die Bibel unterscheidet zwischen dem Alten und dem Neuen Bund/Testament. Wozu der Alte Bund? Wozu das Gesetz? Müssen wir heutzutage als Christen zurückkehren zur „jüdischen“ Wurzel, indem wir jüdisch leben mit den Speisegeboten, Festen und anderen Dingen? Die Antwort finden wir im Wort Gottes. Die Bibel spricht davon, dass der Neue Bund, unter dem wir jetzt leben, der bessere Bund ist: „so ist Jesus auch eines besseren Bundes Bürge geworden“ ... „wie er auch Mittler eines besseren Bundes ist, der aufgrund besserer Verheissungen gestiftet worden ist“ (Hebr 7,22+8,6). Und weiter heisst es: „ Indem er von einem neuen Bund spricht, hat er den ersten für veraltet erklärt; was aber veraltet und sich überlebt, ist dem Verschwinden nahe“ (Hebr 8,13).

Warum ist der Neue Bund der bessere und der Alte Bund veraltet? Hat Gott nochmals über den Alten Bund nachgedacht und ihn dann verbessert? Nein, der Alte Bund war in seiner Sache gut. Die Bibel sagt, dass das Gesetz gut ist (1Tim 1,8/Röm 7,12). Aber wir müssen verstehen, warum Gott den Alten Bund gegeben hat und was seine Funktion war. Der Brief an die Gemeinden in Galatien redet sehr viel über das Gesetz. Ich möchte dich ermutigen, den ganzen Brief in einer gut verständlichen Bibelübersetzung zu lesen.

Galater 3

Vers 8

Die Schrift aber, voraussehend, dass Gott die Nationen aus Glauben rechtfertigen werde, verkündigte dem Abraham die gute Botschaft voraus: »In dir werden gesegnet werden alle Nationen«

Gott hat dem Abraham die Gute Botschaft, das Evangelium, im Voraus verkündigt. Abraham hatte das Gesetz nicht, denn dieses kam erst später hinzu. Was war Gottes gute Botschaft für Abraham?- In dir werden gesegnet werden alle Nationen. - Dies war immer Gottes Plan: alle Menschen zu segnen, denn alle Menschen haben gesündigt. Aus Gottes Sicht gibt es keine guten Menschen, denn sie sind alle verloren ohne Jesus (Röm 3,23+5,12). Was ist der Segen Gottes? Es ist Gottes Leben, Gottes Art von Leben in seiner ganzen Fülle und darin enthalten sind Wohlergehen, Heilung, Rettung und ewiges Leben für den ganzen Menschen an Geist, Seele und Leib.

Vers 9

Folglich werden die, die aus Glauben sind, mit dem gläubigen Abraham gesegnet. 10 Denn alle, die aus Gesetzeswerken sind, die sind unter dem Fluch; denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben ist, um es zu tun!«

Auf der einen Seite die Menschen, die aus Glauben leben und so wie der gläubige Abraham gesegnet sind. Auf der anderen Seite, Menschen die durch das Gesetz unter den Fluch kommen, weil sie das Gesetz niemals einhalten können.

Der Neue Bund sagt, dass der aus Glauben an Jesus gerecht Gewordene aus Glauben leben wird und nicht aus seinen eigenen Gesetzeswerken.

Vers 11

Dass aber durch Gesetz niemand vor Gott gerechtfertigt wird, ist offenbar, denn »der Gerechte wird aus Glauben leben«. 12 Das Gesetz aber ist nicht aus Glauben, sondern: »Wer diese Dinge getan hat, wird durch sie leben.«

Durch das Gesetz wird niemand gerechtfertigt, denn niemand schafft es, das Gesetz vollständig einzuhalten. Und der Gerechte lebt aus Glauben. Jemand unter dem Gesetz lebt nicht aus Glauben, sondern in sprichwörtlicher Selbstgerechtigkeit und denkt, dass er Gott durch eigene Leistung (Werke) irgendwie beeindrucken und beeinflussen könnte. Aber das funktioniert nicht. Das ist keine Basis um vor Gott zu stehen. Galater 5,4 sagt dazu: Du bist aus der Gnade gefallen, du bist von Christus abgetrennt, wenn du so denkst!

Vers 17

Dies aber sage ich: Einen vorher von Gott bestätigten Bund macht das vierhundertdreissig Jahre später entstandene Gesetz nicht ungültig, so dass die Verheissung unwirksam geworden wäre.

Der Bund, den Gott mit Abraham geschlossen hat, bestand schon vor dem Gesetz und er wurde durch das Gesetz nicht ungültig. Das heisst, Gottes Verheissung der guten Botschaft für Abraham bestand nach wie vor.

Vers 18

Denn wenn das Erbe aus dem Gesetz kommt, so kommt es nicht mehr aus der Verheissung; dem Abraham aber hat Gott es durch Verheissung geschenkt.

Das Erbe, der Segen Abrahams, die Gerechtigkeit, kommt aus der Verheissung, nicht aus dem Gesetz. Es war niemals der Plan Gottes, dass der Mensch durch das Gesetz Leben erhält, weil Er wusste, dass niemand es schaffen würde. Wie oft haben wir uns vorgenommen dies oder jenes nicht mehr zu tun und haben es trotzdem getan - das ist die Kraftlosigkeit des Gesetzes. Doch das Gesetz ist gut, weil es zeigt, welchen Massstab Gott hat.

Vers 19

Was soll nun das Gesetz? Es wurde der Übertretungen wegen hinzugefügt - bis der Nachkomme käme, dem die Verheissung galt -, angeordnet durch Engel in der Hand eines Mittlers.

Das Gesetz war gegeben worden der Übertretungen wegen, für die Zeit bis Jesus der Sohn Gottes, der Mittler, gekommen ist. In Ihm hatte Gott einen vollkommenen Partner, um einen vollkommenen, besseren Bund zu schliessen. Einen Bund, der nicht gebrochen werden kann und an dem wir teilhaben, wenn wir Jesus als unseren Herrn annehmen.

Unsere guten Taten könnten das nie bewirken!

Vers 21

Ist denn das Gesetz gegen die Verheissungen Gottes? Das ist ausgeschlossen. Denn wenn ein Gesetz gegeben worden wäre, das lebendig machen könnte, wäre wirklich die Gerechtigkeit aus Gesetz.

Leben unter dem Alten Bund zu bekommen wäre nur möglich, wenn man alle ca. 630 Gebote einhalten würde, nicht nur 620 oder 625. Wird auch nur ein Gesetz nicht gehalten, ist man schuldig an allen. Das Gesetz konnte und kann dir kein Leben geben! Es kann dir all die guten Dinge, die wir in der Bibel finden, nicht geben.

Tue Gutes und halte die Gebote, dann wirst du den Segen erben (Röm 10,5), so redet das Gesetz. Jesus aber, der Bürge des Neuen Bundes sagt, ‚ich bin gekommen um dir Leben zu geben als ein Geschenk’ (Joh 10,10). So redet das Neue Testament. Das ist der neue, der bessere Bund.

Vers 22

Aber die Schrift hat alles unter die Sünde eingeschlossen, damit die Verheissung aus Glauben an Jesus Christus den Glaubenden gegeben werde. 23 Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unter Gesetz verwahrt, eingeschlossen auf den Glauben hin, der geoffenbart werden sollte. 24 Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister auf Christus hin geworden damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden.

Das Gesetz war nicht da um Leben zu spenden, sondern es war ein Zuchtmeister und hat die Menschen verwahrt, damit sie später den geoffenbarten Glauben erkennen konnten. Es soll uns zeigen, dass wir es nicht aus eigener Kraft schaffen, etwas von Gott zu erhalten oder ihn zu etwas zu bewegen. Wir brauchen Hilfe! Und es gibt jemanden, der uns helfen kann - Jesus, Mensch gewordener Sohn Gottes, der Mittler des Neuen Bundes.

Vers 25

Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter einem Zuchtmeister

Wir leben nicht mehr unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade, oder aus der Gnade.

Achte darauf, dass du dich durch Aussagen im Wort Gottes nicht selber unter das Gesetz bringst. Das ist der Fall, sobald du auf deine Taten, deine Kraft, dein ‚Gutsein’ vertraust, zum Beispiel: „Ich lese ja so viel in der Bibel, ich bete ununterbrochen und ich tue Gutes, darum muss Gott doch das und jenes tun...“ - Das ist Gesetz! - Der Mensch jedoch, der unter der Gnade lebt sagt: “Ich schaffe es nicht aus mir, aber ich nehme die Gnade Gottes jeden Tag neu für mich und durch IHN tue ich was ich tue und ich vermag alles durch IHN.“ Du würdest es nie schaffen, aber Er hat es für dich erkauft. Oh Halleluja, wir müssen die Gnade verstehen. Die Gnade ist eine Person und sie ist durch oder in Christus gekommen und wir empfangen nun durch IHN Gnade um Gnade (Joh 16).

Der Gott des Friedens aber, der den grossen Hirten der Schafe aus den Toten heraufgeführt hat durch das Blut eines ewigen Bundes, unseren Herrn Jesus, 21 vollende euch in allem Guten, damit ihr seinen Willen tut, indem er in uns schafft, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit sei von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen (Hebr 13,20-21).

©Anita Letzerich-Suhr