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Gott hält Ausschau nach jemandem der ihm glaubt


Nr.19 Mai 2005


Wir glauben so vieles, was wir hören in der Welt. Aber glauben wir auch dem Wort Gottes in dieser Weise? "Natürlich", wirst du vielleicht denken, "ich glaube an die Bibel, ich bin ein Christ." Nun, wenn alles gut läuft, ist es einfach dem Wort Gottes zu glauben. Was tust du aber, wenn nicht alles so ist, wie du es dir vorstellst? Zweifelst du dann an den Zusagen Gottes? Oder hältst du daran fest, was Gott in seinem Wort gesagt hat? Es ist nicht schwer, an das Wort Gottes zu glauben, es bedeutet einfach, sich auf die Zusagen im Wort Gottes zu verlassen, und darauf, dass Gott tut, was er sagt.

Lukas 18, 1 - 8
Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis dafür, dass sie allezeit beten und nicht ermatten sollten, und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der Gott nicht fürchtete und vor keinem Menschen sich scheute. Es war aber eine Witwe in jener Stadt; und sie kam zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegenüber meinem Widersacher! Und eine Zeitlang wollte er nicht; danach aber sprach er bei sich selbst: Wenn ich auch Gott nicht fürchte und vor keinem Menschen mich scheue, so will ich doch, weil diese Witwe mir Mühe macht, ihr Recht verschaffen, damit sie nicht am Ende komme und mir ins Gesicht fahre. Der Herr aber sprach: Hört, was der ungerechte Richter sagt! Gott aber, sollte er das Recht seiner Auserwählten nicht ausführen, die Tag und Nacht zu ihm schreien, und sollte er es bei ihnen lange hinziehen? Ich sage euch, dass er ihr Recht ohne Verzug ausführen wird. Doch wird wohl der Sohn des Menschen, wenn er kommt, den Glauben finden auf der Erde?

Sagt uns diese Schriftstelle, dass wir Gott so lange mit unseren Anliegen "bestürmen" sollen, bis er endlich genug davon gehört hat und wir bekommen, was wir wollen, so wie Kinder, die hartnäckig bei ihren Eltern betteln, bis diese endlich nachgeben? – So haben wir doch diese Schriftstelle oftmals gesehen.

Aber so ist es nicht! Wir haben darin etwas Wichtiges übersehen, weil wir mit einer "religiösen Brille" gelesen haben.
Lasst uns die Stelle nochmals lesen.

Vers 1
Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis dafür, dass sie allezeit beten und nicht ermatten sollten,

Es sagt nichts davon, dass wir allezeit für das Gleiche beten sollen, sondern wir sollen allezeit beten und nicht ermatten, nicht mutlos werden, nicht ermüden, nicht nachlassen, weil wir ja das Erbetene erhalten. Unsere Gebete werden erhört! Darum lasst uns allezeit beten.

Um diese Aussage zu erklären, gab Jesus uns ein Gleichnis, ein Beispiel aus der natürlichen Welt.

Vers 2
und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der Gott nicht fürchtete und vor keinem Menschen sich scheute. (Ein gottloser Richter, der auch keine Menschenfurcht hat, der sich nicht von Menschen beeinflussen lässt). Es war aber eine Witwe in jener Stadt; und sie kam zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegenüber meinem Widersacher!

Eine Witwe war in der damaligen Zeit keine einflussreiche Person. Aber sie kam trotzdem zu diesem Richter und verlangte von ihm, dass er ihr Recht verschaffen und ihr geben solle, was ihr zustünde. Sie kam zu dem Richter aufgrund des bestehenden Rechtes, welches für alle Menschen die gleiche Gültigkeit hatte.

Vers 4
Und eine Zeitlang wollte er nicht; danach aber sprach er bei sich selbst: Wenn ich auch Gott nicht fürchte und vor keinem Menschen mich scheue, so will ich doch, weil diese Witwe mir Mühe macht, ihr Recht verschaffen, damit sie nicht am Ende komme und mir ins Gesicht fahre.

Wir haben diesen Vers oftmals so verstanden, dass die Witwe immer wieder mit dem gleichen Anliegen zum Richter kam, aber das steht nicht hier.

Sie kam einmal und hat ihr Recht gefordert. Der ungerechte Richter (ungerecht bezieht sich auf gottlos, d.h. ohne Beziehung zu Gott), dachte bei sich selber, dass er gar keine andere Möglichkeit hat, als ihr zum Recht, das ihr gehört, zu verhelfen. Sonst käme sie am Ende noch und würde ihm ins Gesicht fahren. Sie hatte das Recht auf ihrer Seite, ihre Forderung war etwas, das ihr zustand.

Diese Frau hatte Glauben, sie wusste, was ihr gehört und sie forderte es ein.

Sie ging nicht zum Richter um zu klagen, wie schlecht sie behandelt worden war und ihn zu fragen, ob er ihr nicht vielleicht helfen könnte. Nein, sie kannte ihr Recht und sie forderte es ein.

Kennst auch du deine Rechte, die dir durch das Opfer von Jesus zustehen?

Kennst du deine Erbschaft?

Weißt du, was dir gehört, damit du es im Glauben in Besitz nehmen kannst?

Heilung ist etwas, das dir gehört. Wohlergehen in allem gehört dir. Erfolg gehört dir. Erfolg bedeutet ganz einfach das Erreichen eines Zieles.

Du musst deine Rechte, deine Erbschaft kennen! Du lernst sie kennen durch das Wort Gottes.

Das Wort Gottes sagt dir, was dir gehört. Es ist die Rechtsgrundlage unserer Gebete.

Vers 6
Der Herr aber sprach: Hört, was der ungerechte Richter sagt!

Hast du gehört, was der gottlose Richter sagte?

Und eine Zeitlang wollte er nicht; danach aber sprach er bei sich selbst: Wenn ich auch Gott nicht fürchte und vor keinem Menschen mich scheue, so will ich doch, weil diese Witwe mir Mühe (oder Bedrängnis, Schwierigkeiten) macht, ihr Recht verschaffen, damit sie nicht am Ende komme und mir ins Gesicht fahre.

Der gottlose Richter hatte Bedrängnis durch die Worte der Witwe, weil sie im Recht war. Obwohl der Richter ihr eigentlich nicht helfen wollte, musste er es doch tun, weil das Recht auf ihrer Seite war.

Nun gibt es aber liebe Christen, die meinen, Gott sei mit dem gottlosen Richter zu vergleichen. Wenn wir ihn nun auch lange "bestürmen", wird er uns das geben, was wir wollen.

Sie denken, Gott sitzt im Himmel, wenn wir beten und sagt zu unserem Gebet: "Nein ich will nicht!" Wir beten weiter. Gott sagt wieder: "Nein ich will nicht." Dann nach einiger Zeit denkt Gott: "Nun hast du wirklich gezeigt, dass es dir damit ernst ist. Gut, nun gebe ich es dir halt."

Haben wir nicht oftmals so ein Bild von Gott?

Lasst uns weiterlesen.

Vers 7
Gott aber, sollte er das Recht seiner Auserwählten nicht ausführen, die Tag und Nacht zu ihm schreien, und sollte er es bei ihnen lange hinziehen?

Die Antwort ist: Nein, natürlich nicht!

Aber auch hier in Vers 7 wird oft etwas hineingelesen, das so nicht hier steht. Viele denken, die Auserwählten würden Tag und Nacht wegen derselben Sache zu Gott schreien. Wir dachten, wir müssten den Himmel "bestürmen", damit Gott eingreift und unser Gebet beantwortet. Aber das ist hier nicht gesagt. Jesus hat gesagt: "Betet allezeit." (Seid allezeit in einer Haltung des Gebetes).

Das bedeutet, dass du das Anliegen, wofür du heute im Glauben gebetet hast, nicht morgen wieder beten musst. Du wirst einfach weitergehen und Gott dafür danken, dass er deiner Not begegnet ist, als du dafür gebetet hast.

Das nennt man Gebet des Glaubens.

Vers 8
Ich sage euch, dass er ihr Recht ohne Verzug ausführen wird. Doch wird wohl der Sohn des Menschen, wenn er kommt, den Glauben finden auf der Erde?

Wird der Sohn des Menschen den Glauben, diesen Glauben, den die Witwe hatte, bei dir finden?

Mk 11, 22 - 24
Und Jesus antwortete und spricht zu ihnen: Habt Glauben an Gott! Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berg sagen wird: Hebe dich empor und wirf dich ins Meer! und nicht zweifeln wird in seinem Herzen, sondern glauben, dass geschieht, was er sagt, dem wird es werden. Darum sage ich euch: Alles, um was ihr auch betet und bittet, glaubt, dass ihr es empfangen habt, und es wird euch werden.

Phil 4, 6 - 7
Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus.

Wenn du dies erkennst, ist Glaube einfach. Das hebräische Wort für glauben bedeutet in seiner Grundbedeutung, stützen oder tragen. Das Wort ‚Amen’ ist von dieser Wortwurzel abgeleitet und ‚Amen’ heisst soviel wie, ‚das steht fest’, so ist es’. Glauben bedeutet nun wörtlich, sich festmachen, Stand nehmen.

Wer dem Wort Gottes glaubt, hat sich also in diesem Wort festgemacht und seinen Stand eingenommen, er machte es zu seinem Fundament (Hebräer 11, 1).

Der Glaube kommt vom Hören von Gottes Wort. Glaube kommt, wenn du hörst, was Gott sagt. Glaube wird freigesetzt oder zur Wirksamkeit gebracht, durch das Aussprechen von dem, was du glaubst, (dem Wort Gottes). Gott und sein Wort sind eins (Johannes 1, 1).