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Vollkommen frei von Schuld ...



Juli/August 2011


Viele Christen versuchen ein gutes Leben zu führen, aber wenn es ihnen passiert, dass sie Sünden begehen, sind sie am Boden zerstört. Zahlreiche von neuem geborene Christen sind deshalb mit Schuldgefühlen beladen und voller Sündenbewusstsein.

Ich kann mich gut an die Zeit erinnern, als auch ich noch so lebte. Da hatte ich wieder eine Gelegenheit verpasst Zeugnis zu geben, dort hatte ich nicht getan, was der Herr sagte, als er zu meinem Herzen gesprochen hatte und dies und jenes. Ich klagte mich an, versank in Schuldgefühlen und fühlte mich minderwertig, weil ich, in meinen Augen, versagt hatte. Ich dachte, dass ich weder von Gott empfangen, noch ihn um etwas bitten könnte. - Kennst du diese Gefühle? - Vielleicht hast du auch schon die Aussage gehört, dass wir halt Sünder seien, aber an Jesus glauben. - Aber das sagt die Bibel nicht.

Wenn wir Menschen sind, die zu Jesus gehören, sind wir keine Sünder mehr, denn die Bibel nennt uns dann Gerechte, Heilige, Geliebte und Kinder Gottes. Wir waren Sünder, aber sind es nicht mehr, nachdem wir Jesus als unseren Herrn angenommen haben. - “Ja, aber ich sündige doch immer wieder, also kann ich weder heilig noch gerecht sein.”

Lasst uns sehen, was das Wort Gottes dazu sagt, denn wir müssen die Gnade und das Erlösungswerk Jesu verstehen, um ein siegreiches Leben als Christ führen zu können. Es hat nichts mit Demut zu tun, wenn du dich niedriger machst als das Wort Gottes sagt!

Röm 4,2-8

2 Denn wenn Abraham aus Werken gerechtfertigt worden ist, so hat er etwas zum Rühmen, aber nicht vor Gott.

Viele Menschen meinen, weil sie gute Werke tun, müsse Gott sie annehmen und erhören. Doch das Wort sagt uns hier, sie hätten bloss etwas ‘zum Rühmen’ für sich oder vor anderen Menschen, aber nicht vor Gott. Versteh mich richtig: es ist gut ‘gute Werke’ zu tun, aber sie werden keinen einzigen Menschen retten! - Wie wird man gerettet, gerechtfertigt und schuldlos vor Gott?

Vers 3

Denn was sagt die Schrift? »Abraham aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.« 4 Dem aber, der Werke tut, wird der Lohn nicht angerechnet nach Gnade, sondern nach Schuldigkeit. 5 Dem dagegen, der nicht Werke tut, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet,

Einzig und allein der Glaube an Jesus und sein Erlösungswerk machen uns gerecht. Abraham und seine Nachkommenschaft wurden gerecht aus Glauben an das, was Jesus in der Zukunft tun würde, denn Gott hat ihnen die gute Botschaft im voraus verkündigt (Gal 3,8). Wir werden ebenfalls gerecht aus Glauben daran, was Jesus in der Vergangenheit getan hat.

Wir werden im Himmel all die altestamentlichen Gerechten sehen, weil auch sie, wie wir, geglaubt haben (siehe auch Röm 11,24/Gal 3,9) und aus Glauben gerettet wurden. Jesus hat sozusagen die ‘offene Rechnung’ der Sünden der Vergangenheit, die durch die Tieropfer bedeckt waren, wie auch die der ganzen Zukunft bezahlt. Er hat ein vollkommenes, ein für allemal gültiges Opfer gebracht. Unter dem Alten Bund wurde die Sünde durch die Tieropfer nur bedeckt, aber konnte nicht ausgelöscht werden, denn es brauchte ein vollkommenes und sündloses Opfer, das nur Jesus, der Mensch gewordene Sohn Gottes, bringen konnte. Jesus hat dieses eine, vollkommene Opfer gebracht und die Forderungen der Sünde ein für allemal ausgelöscht (Hebr 9,26/10,18).

Sind denn nun alle errettet? - Nein, die Lehre der Allversöhnung ist nicht biblisch! Jeder Mensch muss die Errettung persönlich durch Glauben annehmen.

Vers 6

wie auch David die Seligpreisung des Menschen ausspricht, dem Gott Gerechtigkeit ohne Werke zurechnet: 7 »Glückselig die, deren Gesetzlosigkeiten vergeben und deren Sünden bedeckt sind! 8 Glückselig der Mann, dem der Herr Sünde nicht zurechnet!«

Haben wir das Ausmass der Gnade und des Erlösungswerks Jesu wirklich verstanden? Ich glaube nicht; auch ich sehe immer wieder ein Stück tiefer in diese Gnade hinein und bin einfach nur überwältigt von seiner grossen Liebe und Barmherzigkeit.

Paulus zitiert hier einen Vers aus den Psalmen Davids. David sagt, dass die Menschen glückselig sind, denen der Herr Sünde nicht zurechnet. Wem wird Sünde nicht zugerechnet? Den Menschen, die an das, was Jesus für sie getan hat glauben und nicht jenen, die Werke vorweisen wollen. Du kannst niemals durch gute Werke etwas von Gott bekommen, denn es ist alles aus Gnade.

Es gibt so viele Werke, die Christen tun, die sehr geistlich und fromm erscheinen und trotzdem sind es nur Werke. Beispiele: ‘Wenn ich viele Opfer oder Spenden gebe, dann wird Gott mich heilen oder meiner Not begegnen.’ Oder ‘wenn ich bete und die Bibel lese, wird Gott mich besonders segnen.’ - Denke niemals so oder ähnlich, denn dies sind Werke in der Erwartung, dass Gott schuldig ist, uns etwas zu geben. Doch Gott ist niemandem etwas schuldig! Aber seine Gnade ist für alle da!

Versteh mich richtig, natürlich geben wir Opfer, wir beten und wir lesen die Bibel, aber wir tun dies aus Glauben, aus Liebe und aus einer Beziehung mit Gott dem Vater heraus. Wir tun es nicht, um ihn zu etwas zu bewegen, weil wir denken, er sei uns etwas schuldig.

Natürlich wirst du ernten, wenn du säst und Gott wird dich auch segnen, wenn du die Bibel liest und betest; aber wir Menschen denken so schnell, Gott sei uns etwas schuldig, weil wir doch so gut sind ...

Prüfe dich immer wieder selbst, was du für Motive hast, ob du etwas aus Glauben tust, oder ob es ein Werk ist, um Gott zu etwas zu bewegen. Nicht alles, was geistlich aussieht ist auch aus Glauben!

Es gab eine Zeit, da hatte ich wenig Geld und dementsprechend konnte ich nur wenig Opfer geben. Anfangs war ich immer wieder verwundert darüber, warum Gott mich trotzdem segnete. Dann verstand ich, dass er es deshalb tat, weil ich an seine Versorgung und seine Gnade glaubte. Als ich dann genug Geld hatte und der Herr mich trotzdem mit noch mehr segnete, verstand ich es zuerst nicht und dachte diese Person, die mir das Geld gegeben hatte, müsse den Herrn wohl missverstanden haben. Kennst du dieses begrenzte Denken auch, das sagt, ‘wenn ich genug zum Leben habe reicht es.’ Doch Gott denkt nicht so, er zeigte mir, dass er mich auch über meine Bedürfnisse hinaus segnen will, damit ich noch mehr ein Segen für andere sein kann.

Was ist nun aber, wenn ich gesündigt habe? (Suche aber bitte nicht ständig nach Sünde in deinem Leben! Denn, wenn du gesündigt hast, dann weisst du es.) Ein Kind überlegt auch nicht die ganze Zeit, was es nun wieder alles falsch gemacht hat, es freut sich vielmehr an der Gemeinschaft mit seinem Vater, und wenn es etwas Falsches tut, wird der Vater es ihm zeigen und es in Ordnung bringen.

1Joh 2,1-2

Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt; und wenn jemand sündigt - wir haben einen Beistand bei dem Vater: Jesus Christus, den Gerechten. 2 Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt.

Wenn ich einen Fehler gemacht habe, dann muss ich glauben, dass Jesus auch diese Sünde schon bezahlt hat.

Ich komme also immer noch mit Freimütigkeit vor den Thron der Gnade (Hebr 4,16) und sage es Gott meinem Vater und er reinigt mich vollkommen von der „Beschmutzung“ der Sünde. Gehe weiter und sei frei von Schuldgefühlen und Verdammnis, denn du bist gereinigt. Die Frage ist nur: Glaubst du das und vergibst du dir auch selber? - Tue es und lebe im Sieg unseres HERRN Jesus Christus.

@Anita Letzerich-Suhr