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Erlebe Gottes Herrlichkeit

 

Nr. 58 August 2008


Unter der Herrlichkeit Gottes verstehen wir meistens etwas, was wir nicht sehen können, weil wir Menschen sind. Wir denken, es sei irgend etwas Mystisches und wir seien dafür zu unwürdig oder würden zu wenig beten. Oftmals meinen wir auch, die Herrlichkeit sei von unseren Bemühungen abhängig oder sie komme erst in der Zukunft.

Wenn du aber in der Bibel über die Herrlichkeit Gottes nachforschst, dann wirst du sehr, sehr viele Aussagen darüber finden, im alten wie im neuen Testament. Wir haben hier leider nicht den Platz, über alles zu schreiben, deswegen wird es nur ein kleiner Einblick sein. Ich möchte dich aber ermutigen, selber das Wort Gottes zu diesem Thema zu studieren.


Zum Beispiel hat der Mensch durch den Sündenfall die Herrlichkeit Gottes verloren: „denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist“ (Röm 3,23-24)

Aber Jesus, der Sohn Gottes, ist gekommen um diese verlorene Herrlichkeit für uns wieder zurück zu erkaufen: “wozu er euch auch berufen hat durch unser Evangelium, zur Erlangung der Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus“. (2Thes 2,14)
Unter dem alten Bund hat Mose Gott gebeten, ihm seine Herrlichkeit zu zeigen. Ist das nicht auch oftmals unser Wunsch? Wir möchten die Herrlichkeit Gottes sehen. Und das ist nicht etwas, das du nicht auch haben kannst. Die Herrlichkeit Gottes ist viel öfter in unserem Leben zu sehen, als wir denken.

Ich habe mich früher immer danach gesehnt, die Herrlichkeit Gottes zu sehen und dachte, dies sei nur dann der Fall, wenn in einem Gottesdienst eine Wolke in sichtbarer Form erscheinen würde, eine Herrlichkeitswolke, wie sie im alten Testament beschrieben ist. „Wenn diese Wolke nicht erscheint, dann ist Gottes Herrlichkeit nicht da“, dachte ich.

Oder wir haben die Vorstellung, dass sich im sichtbaren Raum etwas Gewaltiges ereignen müsse und dies sei dann die Herrlichkeit.
Wenn nichts dergleichen geschieht, denkt man vielleicht: „Na ja der Gottesdienst war wieder mal trocken, nur das Wort Gottes wurde verkündigt, sonst nichts.“ Doch genau in diesem Gottesdienst wurden Menschen erfrischt, gestärkt, ermutigt, geheilt. Einige haben zum ersten Mal gehört, dass es einen guten Gott gibt und haben ihm ihr Leben gegeben. Gerade in diesem Gottesdienst hat sich die Gegenwart Gottes, seine Herrlichkeit, an den Menschen erwiesen.
Gottes Gegenwart ist seine Herrlichkeit, seine offenbarte Güte und Gnade an den Menschen. Wir finden dies durch die ganze Bibel hindurch.
Lesen wir nun, was der Herr zu Mose gesagt hat, als dieser ihn bat, ihn die Herrlichkeit Gottes sehen zu lassen.

2.Mo 33,19

Er antwortete: Ich werde all meine Güte an deinem Angesicht vorübergehen lassen und den Namen Jahwe vor dir ausrufen: Ich werde gnädig sein, wem ich gnädig bin, und mich erbarmen, über wen ich mich erbarme.

Seine Güte, seine Gnade, ist die Herrlichkeit Gottes. Sein Eingreifen zugunsten der Menschen, um ihnen Rettung, Versorgung und Heilung zu bringen, ist die Herrlichkeit Gottes. Gott ist nur gut und barmherzig, seine Gnadenerweise sind niemals zu Ende, sein Erbarmen hört nicht auf (Kla 3,22). Sonst müsste Gott sich selber aufgeben, denn Gnade, Erbarmen, Güte und Liebe sind sein Wesen.
Ist dies auch das Bild, das du von Gott hast? Das Bild von einem guten Gott, einem Gott, der dir immer helfen will, der dich immer heilen will, der dir immer Versorgung geben will, in allem. Unser Gott ist so ein wunderbarer Gott und er ist gut gegen alle.

Gnädig und barmherzig ist der HERR, langsam zum Zorn und gross an Gnade. Der HERR ist gut gegen alle, sein Erbarmen ist über alle seine Werke.

Ps 145,8-9

Gott ist nicht böse auf dich. Er ist auch nicht derjenige, der dir immer wieder deine Fehler vorhält. Jesus ist dafür gestorben, damit du Vergebung hast und deine Sünde ausgelöscht ist. Gott ist ein gnädiger Gott, er ist barmherzig und er ist langsam zum Zorn, sehr sehr langsam. Wir Menschen regen uns manchmal schnell über etwas auf und werden zornig.

Doch unser Gott ist nicht so. Es ist sein Verlangen, dir und allen Menschen Gutes zu tun, doch er kann nicht über deinen Willen hinweg handeln. Er braucht dein Einverständnis, weil er dir einen eigenen Willen gegeben hat. Gott zwingt niemanden zu irgendetwas. Auch seine Güte zwingt er niemandem auf. Er braucht dein Einverständnis, deinen Glauben. Glauben bedeutet: das was Gott gesagt hat, für dich persönlich anzunehmen und darauf zu beharren, entgegen allen Umständen.

Kannst du dich an die Geschichte erinnern von Lazarus, dem Bruder der Maria, den Jesus von den Toten auferweckt hat? Ich empfehle dir, die ganze Geschichte in Joh 1,1-44 zu lesen. Leider haben wir hier nicht den Platz dazu. Jesus sagte zu Maria: “Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen.“ (Joh 11,40).


Glaube lässt uns die Herrlichkeit Gottes sehen. Glaube erlaubt Gott, uns seine Herrlichkeit zu zeigen. Die Herrlichkeit Gottes ist Heilung, Totenauferweckung, Versorgung usw., seine Gegenwart in Aktion.
Lasst uns noch eine andere Geschichte lesen, in welcher Jesus zum ersten Mal seine Herrlichkeit offenbarte. Im Johannes-Evangelium Kapitel 2 heisst es, dass Jesus an einer Hochzeit war und es keinen Wein mehr gab. Das war eine dumme Situation, vielleicht hatte jemand nicht genau kalkuliert und nun litten die Gäste unter Mangel.
Glaubst du auch, dass es Jesus nicht egal ist, wenn du Mangel in irgendeinem Bereich leidest? Oder denkst du, es kümmert ihn nicht, nach dem Motto: ‚wer nicht aufpasst, hat die Folgen zu tragen’ - wie an der erwähnten Hochzeit.
Jesus ist es nicht egal, wenn wir Mangel leiden. Er möchte unseren Mangel auffüllen, auch wenn es „nur“ etwas Nebensächliches ist. Doch es braucht immer Glauben von uns und ein Handeln nach dem Wort. Jesus hat nicht, wie mit einem Zauberstab, einfach Wein gezaubert, sondern er hat den Leuten gesagt, was zu tun war. Hätten sie gelacht und gesagt: „Wasser in Weinkrüge zu füllen ist wirklich blöd, was denkt sich Maria nur dabei, Jesus zu gehorchen.“ Ich glaube dann wäre nichts geschehen. Es braucht also unseren Glauben an das, was Gott sagt, damit wir seine Herrlichkeit sehen.

Vers 11

Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus zu Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit; und seine Jünger glaubten an ihn.

Wie wurde hier die Herrlichkeit geoffenbart?

Durch Versorgung, wo Mangel war. Bei Maria waren es die Erweckung ihres Bruders Lazarus aus den Toten und seine Heilung. Denke einmal nach, wo du in deinem Leben die Herrlichkeit Gottes erfahren und sie vielleicht nicht einmal erkannt hast. Es gibt aber noch mehr. Du kannst seine Herrlichkeit täglich erfahren: Durch den Glauben an sein Wort. Nimm das Wort Gottes für dich persönlich. Glaube, dass Gott nur gut ist und dir seine Gnade immer erweisen will. Er ist nicht derjenige, der etwas von dir fernhält. Er ist ein Geber, ein liebevoller Vater auch für Dich - gerade heute.

Anita Letzerich-Suhr