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Die Lehre von Waschungen oder Taufen


Nr.32 Juni 2006

Hebr. 6, 1 - 2

Deshalb wollen wir das Wort vom Anfang des Christus lassen und uns der vollen Reife zuwenden und nicht wieder einen Grund legen mit der Busse von toten Werken und dem Glauben an Gott, der Lehre von Waschungen und der Handauflegung, der Totenauferstehung und dem ewigen Gericht.

Es ist hier von der ‚Lehre von Waschungen’ die Rede. Also können wir davon ausgehen, dass es verschiedene Waschungen oder Taufen gibt. Mit ‚Lehre von Taufen’ ist nicht die Handlung des Taufens gemeint, sondern das, was die Taufe lehrt. Die Taufe lehrt uns etwas. Das heisst, die Handlung der Taufe bedeutet mehr, als man rein äusserlich sehen kann.

Das Wort für Taufen (griech. baptizo) bedeutet eintauchen, untertauchen. Im Alten Testament finden wir das Wort Taufen nicht im Urtext, sondern hier wird der Begriff für waschen / Waschungen (hebr. rahaz) verwendet.

1. Kor. 10, 2
... und alle in der Wolke und im Meer auf Mose getauft wurden (baptizo)

2.Mo. 29, 1 spricht von der Weihung der Priester. In Vers 4 lesen wir, dass es zur Weihung der Priester gehört, dass sie gewaschen wurden (rahaz). Nicht etwa, weil sie schmutzig waren. Nein, die Waschungen waren eine Handlung, die etwas aussagen sollte.

Taufe bedeutet Absonderung oder Identifizierung

Als die Israeliten durchs Meer zogen, wurden sie abgesondert für Gott. Sie wurden weggenommen aus der Sklaverei der Ägypter und für Gott herausgenommen. Das war auch bei den Priestern so, sie wurden geweiht, man könnte auch sagen geheiligt. ‚Heiligen’ bedeutet, etwas zur Seite stellen für einen besonderen Zweck.

Mt. 3, 1 – 2
In jenen Tagen aber kommt Johannes der Täufer und predigt in der Wüste von Judäa 2 und spricht: Tut Busse! Denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen.

Vers 5-6
Da ging zu ihm hinaus Jerusalem und ganz Judäa und die ganze Umgegend des Jordan; 6 und sie wurden von ihm im Jordanfluss getauft, indem sie ihre Sünden bekannten.

Vers 11
Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Busse; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; er wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen;

Diese Taufe war eine Taufe zur Busse, es war eine Vorbereitung auf Jesus. Damit die Menschen mit offenem Herzen das empfangen konnten, was Jesus predigte. Es war der Dienst von Johannes, den Weg vorzubereiten für Jesus.

Die Taufe des Johannes zur Busse ist nicht dasselbe, wie die Wassertaufe. Die Wassertaufe, nachdem wir Jesus als unseren Herrn angenommen haben, ist keine Taufe zur Busse.

Warum hat sich Jesus von Johannes taufen lassen? Er musste doch nicht Busse tun, er war das Lamm Gottes. Erinnern wir uns, was Johannes zu Jesus sagte: ‚Ich habe nötig, von dir getauft zu werden. Und du kommst zu mir?’ Jesus sagte zu ihm: ‚Tue es nur ...’ und als er aus dem Wasser stieg, kam der Heilige Geist in Form einer Taube auf ihn herab.

Die Taufe, der Jesus sich hingab, war die Taufe/Weihung zum Priester. Jesus war im Dienst als Priester und Prophet, als er auf der Erde war. Und gemäss dem Alten Testament musste er diese Weihung vollziehen, indem er getauft wird im Wasser. Er musste aber auch gesalbt werden. Jesus wurde aber nicht mit Öl gesalbt, sondern mit dem Heiligen Geist. Als Jesus aus dem Wasser stieg, kam der Heilige Geist und salbte ihn zum Dienst.

Taufe bedeutet, besonders gestellt, zugehörig zu etwas zu sein.

Apg. 2, 37 – 38
Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Brüder? 38 Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Busse, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.

Wer gläubig geworden ist, sollte sich taufen lassen im Wasser. Aber es ist nicht die Wassertaufe, die errettet. Wasser kann nicht retten, Wasser macht nass, aber es rettet nicht.

Wozu sollen wir uns dann Taufen lassen?

Die Wassertaufe des Christen ist keine Taufe zur Busse sondern etwas, das danach kommt. Es ist ein äusseres Zeichen davon, dass er Christ geworden ist. Es bedeutet: Ich habe mich abgewandt von der Welt und gehöre jetzt zu Christus. Ich bin eine neue Schöpfung geworden.

Röm. 6, 3 - 4
Oder wisst ihr nicht, dass wir, so viele auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? 4 So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.

Hier redet das Wort Gottes nicht von der Wassertaufe. Es heisst nämlich, ‚die wir auf Jesus Christus getauft sind’. Und wir werden auf Jesus Christus getauft, in dem Augenblick, wo wir von neuem geboren werden.

In Titus 3 Vers 5 steht: ... errettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit <vollbracht>, wir getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes.

Es heisst, durch die Waschung (Taufe) der Wiedergeburt. Es gibt eine Taufe, die geschieht, ohne dass man davon etwas sieht, nämlich die Taufe in den Leib Christi hinein, sie wird vom Geist Gottes getan und ist die Wichtigste. Nur der Geist Gottes kann den Geist des Menschen neu machen. Wir können das sehen beim Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus:

Joh. 3, 5
Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen.

Wenn jemand aus Geist geboren wird, sieht man das nicht und darum wurde die Wassertaufe eingesetzt. Sie ist eine äussere Handlung um die innere Veränderung, die stattgefunden hat durch die Wiedergeburt, und die nicht sichtbar ist, nach aussen hin abzubilden / zu zeigen / zu dokumentieren.

Die Wassertaufe ist ein öffentliches Bekenntnis und ein Gehorsamsschritt.

Noch eine wichtige Taufe sehen wir in Apg. 1.

Apg. 1, 4-5
Und als er mit ihnen versammelt war, befahl er ihnen, sich nicht von Jerusalem zu entfernen, sondern auf die Verheissung des Vaters zu warten – die ihr, <sagte er>, von mir gehört habt; 5 denn Johannes taufte mit Wasser, ihr aber werdet mit Heiligem Geist getauft werden nach diesen wenigen Tagen.

Jesus tauft uns im Heiligen Geist. Es gibt also für den Christen nach der ersten Taufe in den Leib Christi und nach der zweiten Taufe, der Wassertaufe, noch eine dritte Taufe: Die Taufe in den Heiligen Geist oder mit dem Heiligen Geist.

Diese Taufe ist eine Ausrüstung vom Heiligen Geist. Jesus hat gesagt, dass wenn er zum Vater gehen werde, er uns den Beistand schicken werde, den Heiligen Geist, der bei und in uns sein werde’ (nach Joh. 14, 16 + 17). Wir brauchen die übernatürliche Kraft Gottes. Denn wir können nicht durch unsere natürlichen Kräfte übernatürliche Dinge vollbringen. Wie bekommt man diese übernatürliche Kraft? Indem man sich taufen lässt durch den Heiligen Geist, und das kann jeder Christ tun! Man muss nur Jesus darum bitten. (Mehr zu diesem Thema in “Leben im Sieg” Nr. 27. Januar 2006).

Die Taufe lehrt uns, dass wir ein Teil werden von etwas. Die Handlung der Taufe bedeutet: Absonderung oder Identifizierung, besonders gestellt, zugehörig zu etwas.

Die 3 Taufen im Neuen Testament, die wir angeschaut haben, und die auch für uns heute noch gültig sind:
  1. Taufe in den Leib Christ - Durch die neue Geburt
  2. Wassertaufe - Ein öffentliches Bekenntnis zu Jesus und zur innerlichen Veränderung
  3. Taufe im Heiligen Geist - eine Ausrüstung zum Dienst, damit die Kraft Gottes, der Heilige Geist, durch uns wirken kann.


Anita Letzerich-Suhr