Start > alle Themen > Heilung > Der barmherzige Gott

Der barmherzige Gott


von Anita Letzerich-Suhr

Nr. 167 Juli/August 2018



„Wenn man in die Welt schaut könnte man meinen, dass Gott weder an uns interessiert, noch ein barmherziger Gott ist...“ - Hast du das auch schon mal gedacht?

Dieser Gedanke entspricht aber nicht Gottes eigenen Aussagen und ich möchte dir zeigen, dass sein Erbarmen niemals aufgehört hat und er immer noch barmherzig ist; und wie du seine Barmherzigkeit für dich erfahren kannst.

 

Der Hauptpunkt dieser Botschaft ist Heilung durch seine Barmherzigkeit. Wir werden dieses Thema, wie immer, auf der Grundlage von Gottes Wort betrachten.

 

1. Gott ist ein barmherziger Gott

 

Die erste Stelle, die ich mit dir anschauen möchte, ist im Alten Testament. Mose ist auf dem Berg Sinai und Gott der Herr kommt in einer Wolke zu ihm herab. Lesen wir, was er über sich selber sagt:

 

2Mose 34,6

Und der HERR ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Jahwe, Jahwe, Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und reich an Gnade und Treue,

 

Gott der Herr sagt hier von sich, dass er barmherzig und gnädig ist. Er ist langsam zum Zorn und reich an Gnade und Treue. Was für Eigenschaften; und doch sehen ihn manche Christen immer noch als zornigen Gott. Es gibt den Zorn Gottes, aber du bist davon befreit durch Jesus Christus, wenn er dein Herr ist. Jesus hat den Zorn Gottes für dich getragen.

 

Joh 3,36

Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.

 

Wer an den Sohn glaubt und ihm dadurch gehorcht, der hat ewiges Leben, er bekommt es nicht erst, er hat es schon und darum ist er nicht mehr unter dem Zorn Gottes.

 

2. Er ist der Vater der Erbarmungen

 

2Kor 1,3

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Erbarmungen und Gott allen Trostes

 

Gott ist der Vater unseres Herrn Jesus Christus und er ist der Ursprung von allem, von ihm kommen alle Erbarmungen und auch aller Trost. Sind wir uns dessen bewusst? Er hat Erbarmen, wenn du leidest, zum Beispiel an Krankheit und/oder an Mangel, in jedem Bereich deines Lebens. Er hat Erbarmen und will deine Krankheit heilen, deinen Mangel beheben, er will es stärker als du selbst. - Warum gibt er es denn nicht einfach so? - Weil Gott dir einen freien Willen gegeben hat, und weil er ein Gott des Glaubens ist; er reagiert auf Glauben und nicht auf die Not allein.

 

Ps 103,13

Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten,

 

Mit ‚fürchten’ ist nicht gemeint, dass du Angst vor Gott haben, sondern ihn ehren sollst. Der HERR ist ein guter Vater. - Wenn von ‚Gott dem Vater’ die Rede ist, habe ich oft den Eindruck, dass erwachsene Menschen wie kleine Kinder über ihn reden. Vielleicht, weil sie in ihrer Kindheit keinen liebenden irdischen Vater erlebt haben, oder sich vor ihm aus irgendeinem Grund fürchteten? Oder sie wuchsen in Angst vor Gott auf? Viele Gründe sind möglich.

Es gibt im Reich Gottes zwei Seiten. Eine Seite ist die Familienseite, da sind wir Kinder Gottes. Es gibt aber auch die Seite, wo wir Diener und Mitarbeiter Gottes sind.

In einem Familienunternehmen zum Beispiel, spielen die Kinder nicht in den Geschäftsräumen ihres Vaters, denn dort wird gearbeitet. Aber sie werden erwachsen, können mit der Zeit Verantwortung übernehmen und in der Firma des Vaters mitarbeiten. - Genauso ist es auch im Reich Gottes. Wir werden als Kinder hineingeboren und müssen zu mündigen Christen heranwachsen durch das Wort Gottes.

 

Gott ist der Vater der Erbarmungen und um Barmherzigkeit zu empfangen, müssen wir etwas tun.

 

3. Glaube an Gottes Barmherzigkeit

 

Matth 9,27-29

Und als Jesus von dort weiterging, folgten ihm zwei Blinde, die schrien und sprachen: Erbarme dich unser, Sohn Davids! 28 Als er aber in das Haus gekommen war, traten die Blinden zu ihm; und Jesus spricht zu ihnen: Glaubt ihr, dass ich dies tun kann? Sie sagen zu ihm: Ja, Herr. 29 Dann rührte er ihre Augen an und sprach: Euch geschehe nach eurem Glauben!

 

Die beiden Blinden folgten Jesus und wollten Erbarmen. Erbarmen ist also nicht ein Gefühl, sondern eine Tat. Interessant ist, dass Jesus erst einmal in das Haus ging und die Blinden folgten ihm. Erst jetzt fragte Jesus sie, ob sie glauben, dass er das tun kann. Die Blinden riefen Jesu Erbarmen an im Glauben, dass er es tun kann und sie empfingen ihre Heilung durch ihren Glauben, wie Jesus es selber sagte im Vers 29. Heilung ist das Erbarmen Gottes und kann, wie in diesem Beispiel, durch Glauben empfangen werden. Das bringt uns zu Punkt 4 mit einer anderen Begebenheit, wo Jesus aus Barmherzigkeit heilt.

 

4. Heilung ist Gottes Barmherzigkeit in Aktion

 

Mk 1,40-41

Und es kommt ein Aussätziger zu ihm, bittet ihn und kniet nieder und spricht zu ihm: Wenn du willst, kannst du mich reinigen. 41 Und er war innerlich bewegt und streckte seine Hand aus, rührte <ihn> an und spricht zu ihm: Ich will. Sei gereinigt!

 

Diese Begebenheit wird uns auch von Lukas (Lk 5,12) und Matthäus (Matth 8,2) geschildert, doch nur Markus betont zusätzlich die Barmherzigkeit Jesu, „...er war innerlich bewegt“.

 

Lass dich nicht verwirren, wenn Begebenheiten in den Evangelien unterschiedlich aufgeschrieben wurden. Die vier Evangelien erzählen von Jesus jeweils aus unterschiedlichen Perspektiven und zu unterschiedlichen Lesergruppen. Ebenso gibt es verschiedene Schwerpunkte. Das Markus-Evangelium zum Beispiel richtet sich an Juden und Römer und hat das Thema ‚Jesus der Diener und Erlöser’, und genau diese Betonung sehen wir in der obigen Begebenheit. Jesus hatte Erbarmen, er war der Erlöser, der auch von Krankheit Erlösung bringt.

 

Was wir wiederum in allen drei Evangelien sehen, ist die Antwort auf die Frage an Jesus „wenn du willst kannst du...“. Immer sagt Jesus: „Ich will, sei gereinigt“. - Das sollte doch die Frage, ob Gott heilen will oder nicht, ein für alle Mal beenden! Er will heilen, denn er ist der Heiler. Genauso wie auch ein Verkäufer verkaufen will, weil er eben ein Verkäufer ist, genauso will Jesus heilen, weil er der Heiler ist.

Wir haben also gesehen, dass sein Erbarmen nicht aufgehört hat, denn er hat es selbst von sich gesagt, dass er barmherzig ist, das ist sein Wesen. Er ist auch der Vater der Erbarmungen, das heisst Erbarmen kommt aus ihm. Um seine Barmherzigkeit zu empfangen braucht es Glauben an seine Barmherzigkeit, denn Barmherzigkeit fliesst aus einem barmherzigen Gott und bringt uns Heilung.

 

Ob wir Gottes Barmherzigkeit erfahren oder nicht, ist also nicht allein Gottes Sache, sondern hat mit unserem Glauben an seine Barmherzigkeit zu tun. Studiere selber die Barmherzigkeit Gottes, zum Beispiel im Neuen Testament.

 

Vielleicht brauchst du jetzt seine Barmherzigkeit und du kommst dir vor wie die beiden Blinden, oder der Aussätzige, die zu Jesus kamen. Jesus ist da, Jesus hat den Preis für deine Heilung bezahlt. Es kann sein, dass du sie nicht sofort siehst und spürst. Heilung kann ein Prozess sein. Komme jetzt im Glauben zu ihm und was immer du bittest, du wirst es empfangen gemäss seinem Wort.