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Gaben des Geistes


Autor: Anita Letzerich-Suhr

Nr. 157 September 2017

als


Brauchen wir noch Zeichen und Wunder, wie sie in der Apostelgeschichte aufgeschrieben sind? - Haben diese Gaben aufgehört seitdem wir die Bibel haben? - Wie immer bei solchen Fragen ist nicht entscheidend, was wir aus eigenen Erfahrungen kennen, sondern alleine das, was Gottes Wort, die Bibel, dazu sagt.

 

Geistesgaben finden wir zum Beispiel auch schon im Alten Testament. Gaben des Geistes gab es nicht nur kurz während der Zeit der Apostel, sondern sie sind in der gesamten Bibel zu finden. Nicht immer unter dem Namen Geistesgaben, aber der Beschreibung nach als diese zu erkennen. Im Alten Bund waren nur die Könige, Priester und Propheten mit dem Heiligen Geist gesalbt. Jesus hatte unter dem Alten Bund in diesen drei Ämtern gedient. Jesus lebte als Mensch, gesalbt vom Heiligen Geist, hier auf der Erde.

 

Lk 4,18-19 (siehe auch: Apg 10,38 und Mt 9,35)

»Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, Armen gute Botschaft zu verkündigen; er hat mich gesandt, Gefangenen Freiheit auszurufen und Blinden, dass sie wieder sehen, Zerschlagene in Freiheit hinzusenden, auszurufen ein angenehmes Jahr des Herrn.«

 

Dies ist ein Zitat aus dem Buch Jesaja im Alten Testament, das angenehme Jahr des Herrn besteht immer noch und wir, der Leib Christi, sind es, die diesen Auftrag weiterhin tun, immer noch in der Kraft des Heiligen Geistes, genauso wie Jesus es tat.

 

Alles was Jesus tat, tat er durch den Heiligen Geist (Lk 4,18). Jesus tat die Werke nicht, weil er Gottes Sohn war, oder damit er beweisen konnte, dass er Gottes Sohn ist. Er tat die Werke, erfüllt mit Erbarmen und Liebe, durch den Heiligen Geist (Mt 14,14). Jesus tat kein einziges Wunder, bevor er die Erfüllung mit dem Heiligen Geist empfangen hatte (Joh 1,32-33 und 11,2). Die Erzählungen, dass Jesus schon als Kind Wunder getan haben soll, sind nicht biblisch belegbar, weder durch das Alte noch durch das Neue Testament.

 

Joh 14,12

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird auch die Werke tun, die ich tue, und wird grössere als diese tun, weil ich zum Vater gehe.

 

Jesus sagte, dass wir, die an ihn glauben, die Werke tun werden die er tat. Ein paar Verse weiter lesen wir, wie Jesus vom Heiligen Geist spricht, der Verheissung des Vaters, denn wir werden niemals die Werke Jesu tun können ohne die Hilfe und die Gaben des Heiligen Geistes. Wir können zwar einiges tun, aber nicht in dem Mass, wozu uns Jesus berufen hat. Wir brauchen die Erfüllung mit dem Heiligen Geist, dem Tor zu den Geistesgaben, wie Jesus gesagt hat (Apg 1,4), um effektiv im Reich Gottes dienen zu können, um Gottes Plan in vollem Mass in unserem Leben zu erfüllen. Du kannst nicht einfach ‚Nein’ zu etwas sagen, was du nach Jesu Worten brauchst, um ihm zu dienen. (Lass dich nicht vom Teufel belügen, wenn er sagt, dass es nicht so wichtig sei!) Jesus gibt nichts, was unwichtig ist!

 

Verwechsle auch nicht die Frucht des Geistes (Gal 5,22- 25) mit den Gaben des Geistes (1Kor 12, 1-11). Die Frucht des Geistes hat mit deinem Wandel, Charakter und Wachstum in Christus zu tun.  Es ist wichtig einen christlichen Charakter zu entwickeln, aber das liegt an uns. Die Geistesgaben hingegen gibt der Geist wie er will (1Kor12, 11) zum Nutzen für alle (Vers 7). Wenn Gott also jemanden in den Geistesgaben gebraucht, sagt dies nichts über seinen christlichen Charakter aus. In der Gemeinde zu Korinth wirkten die Gaben, und trotzdem wurde sie von Paulus bezüglich ihres Wandels in Christus ermahnt. Du musst das unterscheiden; lass dich nicht verwirren, wenn Geistesgaben durch bestimmte Personen wirken, von denen du es nicht erwartet hättest.

 

Vielleicht denkst du, dass die Gaben nur damals und nur den Aposteln gegeben wurden, am Anfang der Gemeinde, und dass wir das nicht mehr brauchen, weil wir jetzt die Bibel haben.

Nun kommt, wie immer, die Frage, die wir uns stellen müssen! - Stimmt diese Annahme mit der Bibel überein?

 

Apg 2,16-17

sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt ist:

 

Das ist die sogenannte Pfingstpredigt von Petrus um zu erklären, was passiert ist als der Heilige Geist kam.

 

Vers 17

»Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, dass ich von meinem Geist ausgiessen werde auf alles Fleisch, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure jungen Männer werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Traumgesichte haben

 

Wir leben immer noch in den letzten Tagen, also ist auch dieser Vers immer noch für uns gültig. Heisst es zum Beispiel, dass nur die Apostel weissagen werden (eine von 9 Geistesgaben)? - Nein, es wird jedem gegeben, so wie der Geist will (1Kor 12,3 +11). Philippus war kein Apostel, sondern ein Evangelist, aber er und seine Töchter weissagten (Apg 21,8-9).

 

Die Bibel ermahnt uns verschiedentlich, dass wir nach den Gaben streben oder eifern sollen (1Kor 14,1). Warum ist das so? - Damit wir besonders geistlich dastehen? - Nein! Damit die Gemeinde auferbaut wird.

 

1Kor 14,12

So auch ihr, da ihr nach geistlichen Gaben eifert, so strebt danach, das ihr überreich seid zur Erbauung der Gemeinde.

 

Durch die Gaben des Geistes werden Ungläubige überführt (1Kor 14,24-25). Wir wissen nicht, was in einem Menschen steckt, der Heilige Geist aber schon. Der Heilige Geist ist derjenige, der die Menschen von der Sünde, dass sie nicht an Jesus glauben, überführt (Joh 16,8-9). Also haben wir hier schon mal zwei gute Gründe uns nach den Geistesgaben auszustrecken.

 

Die Aussage, dass die Geistesgaben mit den Tod des letzten Apostels aufgehört hätten, lässt ausser Acht, dass es verschiedene Kategorien von Aposteln (ein Apostel ist ein Gesandter) in der Bibel gibt.

 

Hier ein kurzer Überblick:

Jesus wird Apostel genannt (Hebr 3,1).

 

Dann gibt es die Apostel des Lammes in

Offb 21,14

Und die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundsteine und auf ihnen zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.

Das waren diejenigen Apostel, die Jesus zu Lebzeiten ausgewählt hatte (Lk 6,13 und Eph 2,20) und welche Augenzeugen seines Dienstes sein mussten. Das war auch das Kriterium als Matthias später anstelle des Judas gewählt wurde (Apg 1,23-26).

 

In Epheser 4,10-13 ist die Rede von den Aposteln, welche zu den 5 Dienstgaben gehören, die zur Zurüstung des Leibes Christi, zum Werk des Dienstes, von Jesus gegeben und eingesetzt werden. Diese Apostel gibt es immer noch.

 

Wir brauchen die Geistesgaben auch heute noch, denn es steht nirgends, dass es sie nicht mehr gibt. Im Gegenteil, wir sehen immer häufiger, wie sie wieder vermehrt wirken durch Gläubige, welche sich nach den Gaben ausstrecken, um darin zu dienen. Es gibt noch so viel mehr für dich, nachdem du Jesus als deinen Herrn angenommen hast. Jesus gibt dir eine Ausrüstung, so dass du seinen Auftrag in seiner Kraft und Fähigkeit erfüllen kannst, lass nicht zu, dass der Teufel dich beraubt, indem er dich belügt. Eifere nach den Gaben, damit die Gemeinde auferbaut wird.